Druckmaschinen damals und heute

Frühe Anfänge des Drucks

Die frühen Anfänge des Drucks gehen auf Johannes Gutenberg zurück, der 1442 die erste bekannte Druckpresse erfand. Er setzte sie als eine Spindelpresse für den Zweck des Buchdruckes ein. Die historische Druckpresse, die in der Anfangszeit zum Drucken teilweise aus umgebauten Most- oder Weinpressen entstand, wurde schnell durch die Druckmaschine ersetzt. Der Vorteil war, dass hierbei der Druckvorgang automatisiert ablief. Die Entwicklung des Drucks schritt schnell voran, wobei die Qualität, Geschwindigkeit und die Auflage gesteigert wurde. Die manuell betriebene Handpresse wurde durch die Druckmaschine ersetzt. Doch ganz verdrängt wurde sie nicht. Für ganz kleine Auflagen und für Probeabzüge kam sie dennoch hin und wieder zum Einsatz.

Wie funktioniert die Druckmaschine?

Fotografie einer alten DruckmaschineDie erste mechanisch arbeitende Druckmaschine wurde 1810 vom Deutschen Friedrich Koenig unter dem Namen der Schnellpresse patentiert. Friedrich Koenig wurde am 17. April 1774 in Eisleben geboren und verstarb am 17. Januar 1833 in Oberzell. Er war Buchdrucker und Mitbegründer von Koenig & Bauer, dem ältesten Druckmaschinenhersteller der Welt.

Wenden wir uns der 1810 erfundenen Schnellpresse von Friedrich Koenig zu und erforschen ihre Druckart und Funktionalität. Die Schnellpresse führt im Gegensatz zur Handpresse alle Funktionen des typografischen oder lithografischen Druckes mit Ausnahme des Druckbogens selbsttätig aus. Ab dem frühen 19. Jahrhundert lösten dampfgetriebene Schnellpressen die handbetriebenen Druckerpressen aus der Tradition Johannes Gutenbergs ab. Der Buchdruckautomat kam später ergänzend hinzu und alle Bauformen wurden wieder unter der Schnellpresse zusammengeformt.

Foto einer alten DruckmaschineDer Mechanismus besteht aus einem vierwandigen Gestell, in dessen oberen Teil der Druckzylinder liegt. Unter ihm gleitet auf Schienen der Karren d.h., die zu druckende Schriftform tragendes Fundament wird hin- und hergetrieben. Dadurch bleiben die überlagernden Auftragswalzen aus dem Farbapparat, die für den Druck erforderliche Färbung erhalten. Die Bewegung des Karrens bezeichnet man als eine hypocykloidische Geradführung, die sich auf dem Prinzip der Cardanischen Kreise beruht. Diese Einfärbung geschieht entweder mittels Tischfärbung oder Zylinderfärbung. Um eine feinere und gleichmäßigere Färbung zu erzielen, erhöhte man Ende des 19. Jahrhundert die Zahl der Auftragswalze von zwei auf vier.

Mit der Ausbreitung der Schnellpresse wurde diese kontinuierlich verbessert. Die Ersetzung der Zuführbänder am Druckzylinder durch bewegliche Klammern (Greifer), war eine wichtige Verbesserung. Damit wurde die Faltenbildung beim zum bedruckenden Papier verhindert. Mit der Verwendung von Punkturen (im Zylinder befestigten Stahlstiften) wurde ein genaues Aufeinanderpassen der Seiten (Registerhaltern) ermöglicht

Heutige Druckverfahren – Der Digitaldruck

Der Digitaldruck ist eine Gruppe von Druckverfahren, bei denen das Druckbild direkt von einem Computer in eine Druckmaschine übertragen wird. Es handelt sich um ein elektrofotografisches Drucksystem, wie einen Laserdrucker, der für hohe Auflagenzahlen konstruiert ist. Es wird keine feste Druckvorlage benötigt, darum kann jeder Bogen anders bedruckt werden. Das Direct Digital Printing (DDP) Verfahren ermöglicht personalisierte Drucke wie Rechnungen, Kontoauszüge, Kreditkartenabrechnungen oder gezielt auf den Empfänger abgestimmte Werbung.

Mehrseitige Dokumente können ohne Wechsel der Druckform in der richtigen Reihenfolge gedruckt werden. Dadurch entfällt ein späteres Zusammentragen. Weil das Drucksystem weitere Einrichtungen zum Schneiden und Binden aufweist, wird die Fertigung kompletter Druckprodukte in kurzer Zeit fertig. Die industriellen Systeme nehmen einen großen Bereich ein. Mit vielen Neuentwicklungen versuchen viele tonerbasierende Gerätehersteller z.B. Canon, Xerox oder Ricoh, aber auch namhafte Offsetgerätehersteller auf diesen wachsenden Markt Fuß zu fassen.

Digitale Tintenstrahldrucker im Großformat werden eingesetzt, um die Offsetdruckqualität auf verschiedenen Bedruckstoffen zu ermöglichen. Mit dem flüssigen Electro-Ink-Verfahren wird die Druckfarbe auf das Material aufgetragen. Diese Produktionsart ermöglicht Druckbreiten bis zu fünf Meter. Es sind meistens Rollensysteme, auf denen wetterfeste Materialien wie PVC-Banner, Meshgewebe, Canvas-Leinen usw. für die Bedruckung in Frage kommen. Sie sind mehrere Jahre im Außenbereich nutzbar, witterungsbeständig und farbecht. Das neuste der Digitaldrucksysteme stellt der Plattendirektdruck dar. Auf diesem System können starre Materialien bedruckt werden. Je nach System ist der Bedruckstoff nur von der Dicke her relevant. Materialien wie z.B. Kunststoffe, Glas, Holz, Stein, Metalle und Papier können bedruckt werden.

Die Stärken des Digitaldrucks

Unter dem Gesichtspunkt des individuellen Druckens entsteht ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Des Weiteren können Aufträge in kurzer Zeit realisiert in hervorragender Qualität kostengünstig realisiert werden.

Einsatzgebiete

Die Einsatzgebiete des Digitaldrucks richten sich nach Auflagenzahlen und Fertigungskosten. Da mit dem Digitaldruck günstige Fertigungskosten erziehlt werden können, ist dieser für kleine Auflagenzahlen kostengünstiger. Personalisierte Drucke sind nur im Digitaldruck möglich, wobei bei der Katalogproduktion Digitaldruck einerseits und Offsetdruck andererseits kombiniert werden. Viele Bücher erscheinen im Digitaldruck zu marktfähigen Preisen und in handelsüblicher Qualität.